Leute, die Probleme haben, die von der "Gesellschaft" als
"untypisch" befunden werden,
werden zur Seite gestellt und ignoriert.
Es kann jeden treffen, der plötzlich mit seinem
Leben nicht mehr klarkommt,
und deswegen anfängt "kranke" Sachen zu machen.
Es gibt viele, die angefangen haben,
ihrem Körper erheblichen Schaden zuzufügen,
sei es durch übermäßiges oder viel zu wenig Essen,
durch selbstherbeigeführte Verletzungen
oder durch etwas anderes;
es gibt diese Menschen, herrgott nochmal,
und täglich werden es mehr!
Schaut doch nicht immer weg,
ihr verfluchten Ignoranten!
Hört auf, alles durch eure rosarote Brille zu sehen,
vergesst diesen heile Welt Gedanken,
und kümmert euch doch auch
mal um die Belange anderer!
Glaubt ihr vielleicht, ihr seid etwas besseres,
nur weil ihr euer Leben scheinbar im Griff habt???
Ihr textet uns zu mit eurem
"Sieh es doch mal positiv"-Scheiß
und lasst völlig außer acht,
dass wir an diesem Leben
nichts mehr positives finden können.
Anstatt uns zuzuhören,
gebt ihr uns kluge Ratschläge,
die sich in eurer Situation hilfreich anhören.
Hey, es bringt nichts,
einem Suizidgefährdeten Menschen zu sagen:
"Kopf hoch, morgen sieht alles schon ganz anders
aus."
Das ist eine Floskel, die ihr benutzt,
weil ihr in Wirklichkeit keine Ahnung habt,
wie ihr helfen sollt, und es wahrscheinlich auch gar nicht wollt.
Euch macht unsere Welt Angst,
weil sie anders ist, als das was ihr kennt.
Glaubt ihr, wir haben uns unseren Zustand ausgesucht?
Wir wollen doch auch nichts anderes,
als glücklich zu sein und leben zu dürfen,
ohne Psychiater oder Angst etwas falsch zu machen.
Wenn wir euch überhaupt auffallen,
dann erst durch eine Schlagzeile in der Zeitung,
eine unter vielen dieser Art:
Verzweifelte 13-jährige Schülerin wirft sich vor den Zug
oder Stundent erhängt sich in
seiner Wohnung oder
20jähriger Heroinsüchtiger stirbt auf Bahnhofstoilette.
Ich verstehe.
Es ist eben einfacher, nicht darüber nachzudenken.
Bis es euch dann mal selbst erwischt
[written by Kyuu]
~*ToD DeR UnScHuLdIgEn*~
Ich ging zu einer Party, Mama,
ich erinnerte mich, was Du sagtest.
Du ermahntest mich, nicht zu trinken, Mama,
also trank ich Soda stattdessen.
Ich fühlte mich richtig stolz, Mama,
so wie Du es mir vorausgesagt hattest.
Ich habe nicht getrunken, um dann zu fahren, Mama,
obwohl mir die anderen sagten, es sei nichts dabei.
Ich weiß, ich tat das Richtige, Mama,
ich weiß, Du hast immer recht.
Nun ist die Party zuende, Mama,
und alle fahren sie fort.
Als ich in meinen Wagen stieg, Mama,
wußte ich, ich würde rasch nach Hause fahren,
weil Du mich so erzogen hast,
verantwortungsbewußt und lieb.
Ich fuhr also los, Mama,
aber als ich auf die Straße auffuhr,
sah mich der andere Wagen nicht, Mama,
er fuhr einfach über mich drüber.
Als ich lag auf dem Asphalt, Mama,
hörte ich den Polizisten sagen,
"Der andere Typ war betrunken", Mama,
Und nun bin ich es, die bezahlen wird.
Ich liege hier sterbend, Mama...
Ich wünsche Du wärst bald hier.
Wie konnte das geschehen, Mama?
Mein Leben zerplatzte wie ein Ballon.
Überall um mich ist Blut, Mama,
das meiste davon ist meins.
Ich höre den Arzt sagen, Mama
bald werde ich sterben.
Ich wollte Dir nur sagen, Mama,
ich schwöre, ich hab nichts getrunken.
Es waren die anderen, Mama,
die anderen haben nicht nachgedacht.
Er war wohl auf derselben Party wie ich.
Der einzige Unterschied ist, er hat was getrunken
Und ich werde sterben.
Warum betrinken sich die Leute, Mama?
Es kann ihr ganzes Leben zerstören.
Jetzt fühle ich heftige Schmerzen.
Es sticht wie ein Messer.
Der Typ, der mich anfuhr, der geht, Mama,
und ich denke, das ist nicht fair.
Ich liege hier im Sterben
Und alles, was er kann, ist, zu starren.
Sag meinem Bruder, er soll nicht weinen, Mama,
schreibt "Papas Mädchen" auf mein Grab.
Jemand hätte ihm sagen sollen, Mama,
kein Alkohol hinter dem Steuer.
Wenn sie es im bloß gesagt hätten, Mama,
wäre ich noch am Leben.
Mein Atem wird kürzer, Mama,
ich bekomme solche Angst.
Bitte, weine nicht um mich, Mama.
Du warst immer da, als ich Dich brauchte.
Ich hab nur noch eine letzte Frage, Mama.
Bevor ich mich verabschiede.
Ich bin nicht betrunken gefahren,
also warum bin ich diejenige, die stirbt?
Äußerlich lach ich darüber- gezwungen.
Innerlich hab ich schon oft Tabletten geschluckt,
äußerlich sie alle wieder ausgespuckt.
Innerlich hab ich mir schon oft die Pulsadern aufgeschlitzt,
äußerlich „nur“ in meine Arme geritzt.
Innerlich hab ich schon oft Seen aus Tränen geweint,
äußerlich gelacht, damit alles wunderbar scheint.
Innerlich hab ich mich schon oft in dieses Seen ertränkt,
äußerlich die Tränen andern geschenkt.
Innerlich hab ich wegen der Ungerechtigkeit der Welt schon oft die Luft angehalten, äußerlich lies ich sie einfach über mich walten.
Innerlich hab ich mir schon oft ein Messer ins Herz gestoßen,
äußerlich war ich zufrieden mit den mir vom Leben gegebenen Losen.
Innerlich bin ich schon oft vom Hochaus gefallen,
äußerlich hörte ich mich nie aufknallen.
Innerlich bin ich schon eingeschlafen und nie wieder aufgewacht,
äußerlich hab ich es doch immer wieder gemacht.
Innerlich hab mir der Todesengel schon oft einen Kuss,
äußerlich hab ich gemerkt, dass er wohl wichtigeres tun muss.
Innerlich hab ich schon oft die Reise ins Jenseits gebucht,
äußerlich nicht mal das Reisebüro gesucht.
Innerlich starb ich in Trance,
äußerlich gab ich dem Leben eine weitere Chance...
innerlich starb ich schon so oft...
aber äußerlich, nur äußerlich, hab ich weiter gehofft.
Mami, jetzt bin ich hier, ganz weit weg von dir, und doch so nah. Mami, ich seh dich weinen. Auch du willst zu mir. Ich spüre deine Tränen, stehe direkt neben dir. Mami, ich kann nicht mehr kommen. Deshalb bitte gebe auf mein kleines Kätzchen acht, und sag Daddy jeden Abend gute Nacht von mir. Sag meinen Freunden, dass ich sie trotzdem hören kann. Es tut so weh, Ich schaue ihre traurigen Gesichter an. Es war nicht die Absicht von mir, hab nicht gewußt, was ich machen sollt...Mami, bitte, ihr braucht nicht traurig sein, hier bin ich nicht allein. Bitte, lächle doch einmal für mich. Du darfst nicht weinen. Dann lache ich auch noch einmal für dich! Mami, ich habe jetzt keine Angst und keine Schmerzen mehr, doch vermisse ich mein Leben. Ich wünsche mit ein bisschen lebensnähe her. Mami, kannst du mir sagen, warum hat er das getan??? Warum hat er mich so angefasst ,geatmet wie ein Tier ,mit solcher Gier, die ich nie verstanden hab? !Vielleicht hat er mich gehasst! Mami, was hat er von mir gewollt. Ich verstand ihn nicht, er hat mir wehgetan. Noch immer seh ich sein Gesicht. Er hat gelacht. Ich glaube es hat ihm Spaß gemacht...Mami, ich habe geschrien, wollte vor ihm fliehen....Habe ihm doch nichts getan,sah ihn nicht einmal böse an. Mami, jetzt habe ich keine Angst mehr, es ist schon eine Weile her. Nun bin ich hier. Und eines möchte ich noch wissen: Warum tun diese Menschen so etwas? Haben sie kein Gewissen? Was alles noch muss passieren, damit sie es endlich begreifen???
Engel weinen nicht
Engel weinen nicht,
sagtest du mal zu mir.
Engel sind immer fröhlich, nett, bescheiden und höflich,
erzähltest du weiter.
Engel sind die schönsten Geschöpfe der Welt,
vertrautest du mir an.
Ich sei für dich ein Engel,
flüstertest du mir ins Ohr und küsstest mich sanft.
Und als ich weinte,
sagtest du Engel weinen nicht
und brachtest mich immer wieder zum lächeln.
Du sagtest ich wäre für dich das schönste Geschöpf der Welt
und du seist froh mich bei dir zu haben,
wo mein eigentlicher Platz doch im Himmel bei den Engeln sei...
Du sagtest so viele liebe Dinge zu mir,
doch ich hab dir nie gesagt wie sehr ich dich liebe.
Aber ich glaube du weißt es,
hast es durch meine Gesten erfahren,
durch mein Lächeln, das ich nur dir schenkte...
Jetzt sehe ich das du weinst,
kann diesen Anblick nicht ertragen,
liebe dich immer noch zu sehr,
und du hörst mich leise in dein Ohr flüstern:
Wieso weinst du? Ich dachte Engel weinen nicht...
~*AnGeLs DoN´t Cry*~
~DENK DARÜBER NACH...~
Rauchst Du?
-Nein? Dann versuch Dir das jetzt einfach mal kurz vorzustellen...
-Ja? Umso besser...
Okay. Warum rauchst Du?
Du weißt es nicht? Ist bei den meisten so...
-Die meisten beginnen als Jugendlicher. Und sie wissen nicht wirklich, warum sie rauchen...
-Es wird zur Gewohnheit. Du machst es schon automatisch. Denkst Dir nichts mehr dabei...
-Du kannst nicht so einfach aufhören, weil es schon eine Art Sucht ist... Du brauchst es einfach...
-Du schädigst Deinen Körper! Und das weißt Du!
Trotzdem rauchst Du!!!
...und beim SVV ist es kaum anders...
denk mal drüber nach...

Ich habe gelernt
Ich habe gelernt,
dass du niemanden dazu bringen kannst, dich zu lieben.
Alles, was du tun kannst, ist jemand zu sein,
den man lieben kann.
Der Rest liegt an den anderen.
Ich habe gelernt,
egal wie viel ich mich kümmere,
manche Menschen kümmert es nicht.
Ich habe gelernt,
dass es Jahre braucht, Vertrauen aufzubauen,
aber nur Sekunden um es zu zerstören.
Ich habe gelernt,
dass im Leben nicht zählt was du hast, sondern wen du hast.
Ich habe gelernt,
dass du dich nicht mit dem besten, das andere geben können
vergleichen solltest,
sondern mit dem besten das du geben kannst.
Ich habe gelernt,
dass es nicht wichtig ist, was Leuten passiert,
sondern was sie daraus machen.
Ich habe gelernt,
dass du impulsiv etwas machen kannst,
was dir für den Rest deines Lebens Kopfschmerzen bereitet.
Ich habe gelernt,
dass egal wie dünn du etwas schneidest,
es immer zwei Seiten gibt.
Ich habe gelernt,
dass es lange dauert, die Person zu werden,
die ich wirklich sein möchte.
Ich habe gelernt,
dass es oft einfacher ist zu reagieren als zu denken.
Ich habe gelernt,
dass man jemanden immer mit lieben Worten verlassen sollte.
Es könnte das letzte Mal sein, das du ihn siehst.
Ich habe gelernt,
dass du noch lange weitermachen kannst,
nachdem du dachtest es geht nicht mehr.
Ich habe gelernt,
dass wir immer verantwortlich sind für das was wir tun,
egal wie wir uns fühlen.
Ich habe gelernt,
dass entweder du deine Einstellung steuerst, oder sie dich.
Ich habe gelernt,
dass ungeachtet dessen, wie heiß und feurig deine Beziehung anfangs ist,
die Leidenschaft verblasst und besser etwas anderes diesen Platz einnimmt.
Ich habe gelernt,
dass Helden Menschen sind, die das tun was getan werden muss,
wenn es notwendig ist,
ohne Rücksicht auf die Konsequenzen.
Ich habe gelernt,
dass es Übung braucht, Verzeihen zu erlernen.
Ich habe gelernt,
dass es Menschen gibt die dich aufrichtig lieben,
aber nicht wissen, wie sie es zeigen sollen.
Ich habe gelernt,
dass Geld ein lausiger Weg ist, Anerkennung zu bekommen.
Ich habe gelernt,
dass mein Freund und ich alles oder nichts tun können
und dabei eine tolle Zeit haben.
Ich habe gelernt,
dass manchmal die Leute, von denen du erwartest einen Tritt zu bekommen
wenn du ganz unten bist,
diejenigen sind, die dir beim Aufstehen helfen.
Ich habe gelernt,
dass ich manchmal, wenn ich wütend bin,
das Recht habe wütend zu sein,
aber niemals das Recht grausam zu sein.
Ich habe gelernt,
dass wahre Freundschaft selbst über große Entfernungen hinweg
Bestand hat.
Das selbe gilt für wahre Liebe.
Ich habe gelernt,
dass nur weil jemand dich nicht auf die Art und Weise liebt,
die du dir wünschst,
das nicht heißt, dass er es nicht mit allem tut was er hat.
Ich habe gelernt,
dass Reife mehr damit zu tun hat,
was für Erfahrungen du gemacht hast
und was du daraus gelernt hast,
als damit, wie viel Geburtstage du schon gefeiert hast.
Ich habe gelernt,
dass du niemals einem Kind sagen solltest,
seine Träume sind unglaubwürdig und befremdlich.
Es gibt nur wenige Dinge, die demütigender sind
und was wäre es schon für eine Tragödie, sie daran glauben zu lassen.
Ich habe gelernt,
dass eine Familie nicht immer für dich da ist.
Es hört sich seltsam an,
aber Menschen, mit denen du nicht verwandt bist,
können sich genauso um dich sorgen,
dich lieben und dir das Vertrauen an die Menschen zurückgeben.
Ich habe gelernt,
dass egal wie gut ein Freund ist,
er dich von Zeit zu Zeit verletzt
und du ihm verzeihen musst.
Ich habe gelernt,
dass es nicht immer reicht, wenn andere dir verzeihen.
Manchmal musst du lernen, dir selber zu verzeihen.
Ich habe gelernt,
dass egal wie sehr dein Herz gebrochen ist,
die Welt sich wegen deines Kummers nicht aufhört zu drehen.
Ich habe gelernt,
dass unser Hintergrund und gewisse Umstände
uns drin beeinflusst haben können, was wir sind,
aber wir sind letztendlich alleine dafür verantwortlich,
wer wir werden.
Ich habe gelernt,
dass ich manchmal, wenn zwei Freunde sich streiten,
gezwungen bin, eine Seite zu wählen,
selbst wenn ich es nicht will.
Ich habe gelernt,
dass wenn zwei Menschen sich streiten,
das nicht bedeutet, dass sie sich nicht lieben.
Und nur weil sie sich nicht streiten bedeutet es nicht,
dass sie es tun.
Ich habe gelernt,
dass du manchmal eine Person und deren Handlungen trennen musst.
Ich habe gelernt,
dass wir Freunde nicht wechseln müssen,
wenn wir verstehen, das Freunde sich ändern.
Ich habe gelernt,
dass du nicht eifrig versuchen solltest,
ein Geheimnis herauszufinden.
Es könnte dein Leben für immer verändern.
Ich habe gelernt,
dass zwei Leute, die genau die gleiche Sache betrachten,
etwas total unterschiedliches sehen können.
Ich habe gelernt, dass es viele Wege gibt, sich zu verlieben
und verliebt zu bleiben.
Ich habe gelernt,
dass jene, die ungeachtet der Konsequenzen aufrichtig mit sich selber sind,
im Leben weiterkommen.
Ich habe gelernt, dass egal wie viel Freunde du hast,
wenn du ihre Stütze bist,
wirst du dich einsam und verloren fühlen in den Zeiten,
in denen du sie am meisten brauchst.
Ich habe gelernt,
das dein Leben in wenigen Augenblicken
von Menschen geändert werden kann,
die dich noch nicht einmal kennen.
Ich habe gelernt,
dass selbst wenn du denkst, du hast nichts mehr zu geben,
du die Kraft finden wirst zu helfen,
wenn ein Freund nach dir ruft.
Ich habe gelernt,
dass Schreiben sowie Reden emotionalen Schmerz erleichtern kann.
Ich habe gelernt,
dass das Paradigma, das wir leben nicht das alles ist,
was uns angeboten wird.
Ich habe gelernt,
dass Diplome an der Wand aus dir noch keinen anständigen Menschen machen.
Ich habe gelernt
dass Menschen, die dir viel im Leben bedeuten,
dir oft viel zu früh genommen werden.
Ich habe gelernt,
dass, obgleich das Wort Liebe viele unterschiedliche Bedeutungen hat
es an Wert verliert,
wenn es übermäßig benutzt wird.
Ich habe gelernt,
dass es schwierig ist, eine Grenze zu ziehen
zwischen der Rücksichtnahme auf die Gefühle anderer
und zu dem zu stehen, an das du glaubst
Ich - die Narbe
Hallo, ich bin eine Narbe.
Geboren wurde ich aus einer Wunde.
Meine Mutter ist die Haut
und mein Vater war eine Klinge.
Als ich geboren wurde, tat es meiner Mutter sehr weh.
Sie hat vor Schmerz geblutet,
aber mein Vater hat ihr Mut gemacht.
Er hat gesagt, dass wenn die Wunde verheilt ist,
wenn das Blut aufhört zu fließen,
dass dann etwas entsteht,
was sie beide lieben werden.
Ich - die Narbe.
Doch heute ist alles anders.
Meine Mutter liebt mich zwar noch,
lässt mich nicht los.
Aber sie verbietet meinem Vater mich zu sehen.
Auch ich habe schon Angst vor ihm,
weil ich weiß er tut mir nicht gut.
Ich bin meinem Vater dankbar,
dass er mich auf die Welt gebracht hat.
Aber heute möchte ich ihn nicht mehr sehen.
Meine Mutter sagte mir kurz nach meiner Geburt,
dass ich eine Wunschnarbe bin.
So, wie alle meine Geschwister.
Ich habe viele Geschwister,
und alle sehen anders aus.
Ich habe dicke und große Schwestern.
Aber auch dünne und zierliche.
So wie meine Brüder.
Wir sehen alle verschieden aus.
Aber unsere Mutter liebt uns.
Sie steht zu uns und ist stolz uns geboren zu haben.
Väter haben wir nicht alle denselben.
Eine Schwester ist von einer Scherbe.
Ein Bruder von einer Zigarette.
Andere Geschwister von mir wurden von einem Messer gezeugt.
Aber es gibt für uns nur eine Mutter - die Haut.
Du fragst Dich, warum wir nicht alle denselben Vater haben?!
Nachdem unsere Mutter die erste Narbe bekam,
hat sie sich von dem Vater getrennt,
weil sie gemerkt hat,
er tut ihr nicht gut.
Aber immer wieder wollte sie neu gebären
und so suchte sie sich neue Väter für ihre Narben.
Immer wieder hasste sie den Vater nach der Geburt und verließ ihn.
Und heute möchte sie keine Narben mehr.
Sie liebt jeden einzelnen von uns,
aber für noch weitere Narben hat sie keine Liebe
und keine Kraft mehr.
Und ich bin stolz auf meine Mutter.
Jeden Tag schenkt sie uns Liebe und Verständnis.
Manchmal bekommen wir Besuch von einer anderen Haut.
Diese liebkost uns dann
und Mutter freut sich,
dass die andere Haut sie nicht abstößt...
...wegen uns - ihren Kindern - die Narben.
Manche Menschen
Manche Menschen wissen nicht,
wie wichtig es ist,
dass sie da sind.
Manche Menschen wissen nicht,
wie gut es tut,
sie nur zu sehen.
Manche Menschen wissen nicht,
wie wohltuend
ihre Nähe ist.
Manche Menschen wissen nicht,
wie viel ärmer
wir ohne sie wären.
Manche Menschen wissen nicht,
dass sie ein Geschenk
des Himmels sind.
Sie wüssten es,
würden wir es ihnen sagen!
Wenn ich wüsste, dass es das letzte Mal ist
Wenn ich wüsste, dass es das letzte Mal ist,
dass ich Dich einschlafen sehe,
würde ich Dich besser zudecken
und zu Gott beten, er möge Deine Seele schützen.
Wenn ich wüsste, dass es das letzte Mal ist,
dass ich Dich zur Türe rausgehen sehe,
würde ich Dich umarmen und küssen
und Dich für einen weiteren Kuss zurückrufen.
Wenn ich wüsste, dass es das letzte Mal ist,
dass ich Deine Stimme höre,
ich würde jede Geste und jedes Wort auf Video aufzeichnen,
Damit ich sie Tag für Tag wiedersehen könnte.
Wenn ich wüsste, dass es das letzte Mal ist,
dass ich einen Moment innehalten kann,
um zu sagen "Ich liebe Dich", anstatt davon auszugehen,
dass Du weisst, dass ich Dich liebe.
Wenn ich wüsste, dass es das letzte Mal ist,
dass ich da sein kann, um den Tag mit Dir zu teilen,
weil ich sicher bin, dass es noch manchen Tag geben wird,
sodass ich diesen einen verstreichen lassen kann.
Es gibt sicherlich immer ein "morgen", um ein Versehen zu begehen
und wir erhalten immer eine 2. Chance, um einfach alles in Ordnung zu bringen.
Es wird immer einen anderen Tag geben,
um zu sagen "ich liebe Dich".
Und es gibt sicher eine weitere Chance
Um zu sagen: "Kann ich etwas für Dich tun?"
Aber nur für den Fall, dass ich falsch liegen sollte
und es bleibt nur der heutige Tag
möchte ich Dir sagen, wie sehr ich Dich liebe.
und ich hoffe, dass wir nie vergessen,
das "Morgen" ist niemandem versprochen
weder jung noch alt und heute könnte die letzte Chance sein
die Du hast, um Deine Lieben fest zu halten.
Also, wenn Du auf Morgen wartest
Wieso tust Du's nicht heute?
falls das "Morgen" niemals kommt,
wirst Du bestimmt bereuen, dass Du Dir keine Zeit genommen hast,
für ein Lächeln, eine Umarmung oder einen Kuss
und Du zu beschäftigt warst, um jemanden etwas zuzugestehen,
was ich im Nachhinein als sein letzter Wunsch herausstellt.
Halte Deine Lieben heute ganz fest
und flüstere ihnen ins Ohr
sag' ihnen, wie sehr Du sie liebst.
Und dass Du Sie immer lieben wirst.
Nimm Dir die Zeit zu sagen "Es tut mir leid"
"Bitte verzeih mir", "Danke", oder "Ist in Ordnung"
und wenn es kein "Morgen" gibt.
musst Du den heutigen Tag nicht bereuen
Zu spät
Du hattest Tränen im Gesicht,
als du ihm sagtest: "Ich liebe dich!"
Doch er glaubte dir nicht.
Du gingst durch die Straßen,
dein Herz war so leer.
Leben wolltest du auch nicht mehr.
Du fingstan zu haschen,
und nahmst Heroin,
du wurdest süchtig-
alles wegen ihm!
Er hatte eine Andere,
du merktest es kaum.
Du lebtest dahin, nur so im Traum.
Du hörtest den Zug ankommen,
starrtest auf die Schienen besonnen,
ließest dich fallen dem Todesschrei.
ZU SPÄT stand er an deinem Grab,
mit Tränen im Gesicht,
und flüsterte: "Ich liebe dich!"
Wenn ich wüsste
Wenn ich wüsste,
dass jeder Schritt, den ich tue,
dich lächeln lässt,
würde ich für immer laufen.
Wenn du mir sagen würdest,
dass jede Zeile, die ich dir widme,
dir Freude macht,
würde ich für immer schreiben.
Wenn ich merken würde,
dass jedes Wort, das ich sage,
dich zum lachen bringt,
würde ich für immer reden.
Doch da mir klar geworden ist,
dass jeder Schritt, den ich tue,
jede Zeile, die ich schreibe,
jedes Wort, das ich sage,
dir nichts mehr bedeutet,
werde ich für immer still stehen,
dich für immer aus meinen Gedanken löschen
und für immer schweigen.
Auf einem gelben Stück Papier, grün liniert schrieb er ein Gedicht
Und er nannte es "Chops"
denn das war der Name seines Hundes
Und nur darum ging es
Und sein Lehrer gab ihm eine Eins
Und einen goldenen Stern
Und seine Mutter klebte es an die Küchentür
und las es seinen Tanten vor
Das war das Jahr, als alle Kinder mit Father Tracy in den Zoo fuhren
Und sie sangen mit ihm im Bus
Und seine Schwester kam auf die Welt
mit winzigen Zehennägeln und kahl
Und seine Eltern küssten sich oft
Und das Mädchen um die Ecke schickte ihm eine Valentinskarte
mit vielen "X"-en
Und er fragte seinen Vater was die "X"-e bedeuteten
Und sein Vater brachte ihn Abends ins Bett
Und war immer da, um das zu tun
Auf einem weißen Stück Paier, blau liniert, schrieb er ein Gedicht
Und er nannte es "Herbst"
denn es war gerade Herbst
Und nur darum geht es
Und sein Lehrer gab ihm eine Eins
Und sagte, er solle präziser schreiben
Und seine Mutter klebte es nicht an die Küchentür
denn die war frisch gestrichen
Und die anderen sagten ihm dass Father Tracy Zigaretten rauchte
Und sie in der Kirche fallen ließ
Und manchmal brannten sie Löcher in die Bänke
Das war das Jahr, als seine Schwester eine Brille bekam,
mit dicken Gläsern und schwarzem Gestell
Und das Mädchen um die Ecke lachte ihn aus, als er mit ihr auf den Weihnachtsmann warten wollte
Und die anderen sagten ihm,
Warum seine Eltern sich oft küssten
Und sein Vater brachte ihn abends nicht mehr ins Bett
Und sein Vater wurde wütend,
als er ihn weinend darum bat
Auf einem Blatt aus seinem Notizbuch schrieb er ein Gedicht
Und er nannte es "Unschuld Eine Frage"
denn das war die Frage, die seine Freundin betraf
Und sein Lehrer gab ihm eine Eins
Und sah ihm lange und seltsam an
Und seine Mutter klebte es nicht an die Küchentür
denn er zeigte es ihr nicht
Das war das Jahr, als Father Tracy starb
Und er erwischte seine Schwester,
wie sie hinterm Haus herumknutschte
Und seine Eltern küssten sich nicht mehr
Und schwiegen sich an
Und das Mädchen um die Ecke trug zu viel Make-up
sodass er husten musste, wenn er sie küsste
aber er tat es trotzdem
weil es das war, was man halt tat
Und um drei Uhr morgens brachte er sich ins Bett,
Während sein Vater nebenan schnarchte
Auf einem Stück brauner Papiertüte
versuchte er sich an einem Gedicht
Und der nannte es "Absolut nichts"
denn nur darum ging es wirklich
Und er verpasste sich eine Eins
Und einen Schnitt in jedes Handgelenk
Und er klebte es an die Badezimmertür
denn er glaubte nichts, das er es noch
bis zu Küche schaffen würde..."
Bitte höre, was ich nicht sage!
Lass dich nicht von mir narren. Lass dich nicht durch das Gesicht täuschen, das ich mache. Denn ich trage tausend Masken, die ich fürchte abzulegen. Und keine davon bin ich. So tun als ob ist eine Kunst, die mir zur zweiten Natur wurde. Aber lass dich dadurch nicht täuschen, um Gottes Willen, lass dich nicht von mir narren.
Ich mache den Eindruck, als sei ich umgänglich, als sei alles sonnig und heiter in mir, innen wie außen, als sei mein Name Vertrauen und mein Spiel Kühle, als sei ich ein stilles Wasser und als könne ich über alles bestimmen, so als brauchte ich niemanden. Aber glaube mir nicht, bitte glaube mir nicht!
Mein Äußeres mag sicher erscheinen, aber es ist eine Maske. Darunter ist nichts Entsprechendes. Darunter bin ich wie ich wirklich bin: verwirrt, in Furcht und alleine. Aber ich verberge das. Ich möchte nicht, dass es irgend jemand merkt. Beim bloßen Gedanken an meine Schwäche bekomme ich Panik und fürchte mich davor, mich anderen überhaupt auszusetzen. Gerade deshalb erfinde ich verzweifelt Masken, hinter denen ich mich verbergen kann: eine lässige, kluge Fassade, die mir hilft, etwas vorzutäuschen, die mich vor dem wissenden Blick schützt, der mich erkennen würde.
Dabei wäre dieser Blick gerade meine Rettung. Und ich weiß es. Wenn er verbunden wäre mit Angenommenwerden, mit Liebe. Das ist das einzige, das mir Sicherheit geben würde, die ich mir selbst nicht geben kann:
Dass ich wirklich etwas wert bin!
Aber das sage ich dir nicht. Ich wage es nicht. Ich habe Angst davor. Ich habe Angst, dass dein Blick nicht von Annahme und Liebe begleitet wird. Ich fürchte, du wirst gering von mir denken und über mich lachen - und dein Lachen würde mich umbringen. Ich habe Angst, dass ich tief drinnen in mir selbst nichts bin, nichts wert, und dass du das siehst und mich abweisen wirst. So spiele ich mein Spiel, mein verzweifeltes Spiel: eine sichere Fassade außen und ein zitterndes Kind innen.
Ich rede daher im gängigen Ton oberflächlichen Geschwätzes. Ich erzähle dir alles, was wirklich nichts ist, und nichts von dem, was wirklich ist, was in mir schreit: deshalb lass dich nicht täuschen von dem, was ich aus Gewohnheit rede. Bitte höre sorgfältig hin und versuche zu hören, was ich nicht sage, was ich gerne sagen möchte, was ich um des Überlebens willen rede, und was ich nicht sagen kann.
Ich verabscheue Versteckspiel. Ehrlich! Ich verabscheue dieses oberflächliche Spiel, das ich da aufführe. Es ist ein unechtes Spiel. Ich möchte wirklich echt und spontan sein können, einfach ich selbst, aber du musst mir helfen. Du musst deine Hand ausstrecken, selbst wenn es gerade das Letzte zu sein scheint, was ich mir wünsche. Nur du kannst diesen leeren Glanz von meinen Augen nehmen. Nur du kannst mich zum Leben rufen. Jedes Mal, wenn du freundlich und sanft bist und mir Mut machst, jedes Mal wenn du zu verstehen suchst, weil du dich wirklich um mich sorgst, bekommt mein Herz Flügel - sehr kleine Flügel, sehr brüchige Schwingen, aber Flügel! Dein Gespür, dein Mitgefühl und die Kraft deines Verstehens hauchen mir Leben ein. Ich möchte, dass du das weißt.
Ich möchte, dass du weißt, wie wichtig du für mich bist, wie sehr du aus mir den Menschen machen kannst, der ich wirklich bin - wenn du willst. Bitte, ich wünschte du wolltest. Du allein kannst die Wand niederreißen, hinter der ich zittere. Du allein kannst mir die Maske abnehmen. Du allein kannst mich aus meiner Schattenwelt, aus Angst und Unsicherheit befreien - aus meiner Einsamkeit.
Übersieh mich nicht. Bitte - bitte, übergehe mich nicht! Es wird nicht leicht für dich sein. Die lang andauernde Überzeugung, wertlos zu sein, schafft dicke Mauern. Je näher du mir kommst, desto blinder schlage ich zurück. Ich wehre mich gegen das, wonach ich schreie. Aber man hat mir gesagt, dass Liebe stärker sei als jeder Schutzwall, und darin liegt meine Hoffnung. Bitte versuche diese Mauern einzureißen, mit sicheren Händen, aber mit zarten Händen: ein Kind ist sehr empfindsam.
(aus: Tobias Brocher, Von der Schwierigkeit zu lieben)
Was man so sagt
Als sie lachte,
sagte man ihr, sie sei kindisch.
Also machte sie fortan ein ernstes Gesicht.
Das Kind in ihr blieb,
aber es durfte nicht mehr lachen.
Als sie liebte,
sagte man ihr, sie sei zu romantisch.
Also lernte sie, sich realistischer zu zeigen.
Und verdrängte
so manche Liebe.
Als sie reden wollte,
sagte man ihr, darüber spreche man nicht.
Also lernte sie zu schweigen.
Die Fragen, die in ihr brannten,
blieben ohne Antwort.
Als sie weinte,
sagte man ihr, sie sei einfach zu weich.
Also lernte sie die Tränen zu unterdrücken.
Sie weinte zwar nicht mehr,
doch hart wurde sie nicht.
Als sie schrie,
sagte man ihr, sie sei hysterisch.
Also lernte sie, nur noch zu schreien,
wenn niemand es hören konnte,
oder sie schrie lautlos in sich hinein.
Als sie zu trinken begann,
sagte man ihr, das löse ihre Probleme nicht.
Sie solle eine Entziehungskur machen.
Es war ihr egal, weil ihr
schon so viel entzogen worden war.
Als sie wieder draußen war,
sagte man, sie könne jetzt von vorn anfangen.
Also tat sie, als begänne sie ein neues Leben.
Aber wirklich leben konnte sie nicht mehr,
sie hatte es verlernt.
Als sie ein Jahr später
sich versteckt zu Tode gefixt hatte,
sagte man gar nichts mehr.
Und jeder für sich versuchte,
leise das Unbehagen mit den Blumen
ins Grab zu werfen.