Auf dieser Seite möchte ich einige Buchzitate veröffentlichen, mit denen ich mich selbst identifizieren kann...

 

[fallen] angel

 

 

Beeken/Greenstreet "Mein Körper mein Freind"


"Ich lasse meine Schmerzen nie heraus. Stattdessen setzt er sich in meinem Kopf fest."

"Außerdem weine ich oft, doch nie in Gegenwart von anderen. Ich kauere in meinem Bett und bitte Gott, unter Tränen, mich zu sich zu holen. Ich entschuldige mich ständig bei ihm, denn ich habe das Gefühl etwas sehr böses zu sein. Warum sonst lässt er es zu, dass mir das alles passiert? Warum sonst werde ich so bestraft?"

"Mein Körper kommt mir verdorben und beschmutzt vor, und wenn ich mich im Spiegel ansehe, fühle ich mich abgestoßen."

"Ich hasse meinen Körper und mein Leben und ertappe mich dabei, dass ich andere Jungen und Mädchen anschaue und mir wünsche, so zu sein wie sie."

"Wie hätten sie wissen können, dass ich auch deshalb weine, weil ich gerne die Tote wäre."

"-Wäre es nicht besser, wenn es 47,0 Kilo wären-, fragt eine Stimme in meinem Kopf, und ich stimme zu."

"-Es funktioniert!- jubele ich leise vor mich hin. Und die Stimme in meinem Kopf flüstert wieder: -Wäre es nicht netter, wenn da 46,5 Kilo stände?-"

"(...) der Waage nach verliere ich zwar Gewicht, aber ich glaube, ich werde dicker."

"Ich bin FETT!"

"Mein Magen knurrt wie verrückt. Ich bin vollkommen leer, geneiße aber das überwaltigende Gefühl der Macht über meinen Körper."

"-Aber ich kann es nicht- denke ich, zitternd vor Panik."

"-Sie wollen, dass du fett wirst-, flüstert die Stimme in meinem Kopf, während ich entsetzt auf die zwei dicken Scheiben frisch geschnittenes Brot mit Butter und Streichkäse starre."

"Ich kann das nicht essen. Es würde meine Leere füllen, und ich würde mich nicht mehr so leicht fühlen."

"Ich kann jetzt nicht aufhören, als Nächstes will ich 45 Kilo schaffen. Ich will 45 Kilo wiegen. Ich habe etwas was mir gehört, aber es ist ein Schatz, den mir die andren ständig wegnehmen wollen, und das werde ich nicht zulassen."

"Ich stürze mich auf die Süßigkeiten, das Verbotene reizt mich. -Das ist schlecht, du bist schlecht-, flüstert die kleine Stimme während ich kaue und schlucke, und anschließend ärgere ich mich über mich selbst."

"(...) und holterdiepolter lande ich weider im Reich der Zerrspiegel, wo dünn dick bedeutet und Nahrung Gier, und wo nur die Kalorientabellen regieren."

"Ich sehe zu, wie sie isst, kann es riechen und fast sogar schmecken. Ich habe Hunger und friere, und mein Magen knurrt ungnädig. Ich taste nach meinem Bauch, aber er ist nicht da, und für eine Weile befriedigt mich ein Gefühl der Überlegeneheit."

"Die Stimme in meinem Kopf ist hartnäckig: -Sie wollen, dass du dick wirst!-"

"(...) lauchsche den tödlichen Gedanken in meinem Kopf: -Ich muss umbedingt abnehmen, ich bin zu dick-"

"In Wahrheit hungere ich wie eine Wahnsinnige, und die Dinge gleiten mir aus den Händen."

"Mein Leben dreht sich um mein Gewicht, darum, wie dich ich aussehe, was ich essen darf, was ich nicht essen darf; und darum, wie viel ich essen muss, um meine Eltern zufrieden zu stellen."

"Essen ist mein Lieblingsthema, vor allem die Frage, wie ich es wieder loswerde."

"Es macht mir keinen Spaß den Finger in den Hals zu stecken."

"Ein gewaltiger Krampf schüttelt mich, und es bleiben mir nur Sekunden um zum Klo zu rennen. Der Schmerz ist unertäglich - meine Eingeweide scheinen sich mitsamt ihrem Inhalt in die Toilette zu ergießen. Ich klammere mich an den Toilettensitz und verbrenne innerlich."

[...]

 

 

 

 

Herbst, Gesa: Fremdkörper

"Das Wissen ich könnte und dürfte etwas essen, wenn ich wollte, aber ich musste nicht, hatte es ger nicht nötig, gab mir ein Gefühl der Überlegenheit. Ich kam mir nicht mehr so klein und wertlos neben anderen vor, denn auch ich hatte etwas geschafft. Hungern."

"Ich fühlte mich dumm, einfall- und wertlos; allerhöchstens war ich mittelmäßig. Dabei hatte ich doch das drängende Bedürfnis, in irgendetwas ganz besonders gut zu sein; etwas, dass nur ich konnte, in dem ich erfolgreich war und Anerkennung fand. Ich war überfordert, und der Anspruch, den andere an mich zu habenen schienen, blockierte mich. Ich fühlte mich alleine gelassen, befann, mich vor dem Leben zu fürchten."

"Der Weg jedoch, den ich einschlug, um diese ersehnte Selbstständigkeit und Autonomie zu erlangen, führte mich in die völlige entgegengesetzte Richtung. Ich nahm nicht wahr, dass ich mit jedem Tag ein Stück mehr von mir selbst hergab; dass ich nicht für, sondern mit aller Kraft und Energie, die ich aufzubringen vermochte, gegen mich kämpfte. Ich war es nicht mehr selbst, die am Steuer saß und bestimmte, wo es langging."

"Die Protionen die ich aß, verringerten sich Schritt für Schritt und wurden im Laufe der Zeit immer kalorienärmer. Wie alles andere geschah auch das nicht gezielt, nicht bewusst. Ich hatte keinen Vorsatz. Es ging mir nicht wirklich darum, schlank um jeden Preis, und auch nicht darum, dünn zu sein. Gewisse Mechanismen und Prinzipien, die die Magersucht für sich beansprucht, zum Beispiel das Kalorienzählen, habe ich ganz automatisch angenommen und praktiziert. Die Sucht gar die Regeln vor, nach ihnen richtete ich mich."

"Ich hatte jeglichen Kontakt zu mir und meinem Bedürfnissen, Wünschen, Instinkten verloren. Ich fühlte mich nicht mehr. War erstarrt, tot leer. Ich sprach mir jedes Recht auf Existens ab. Ich war nicht gut genung, um essen zu dürfen, leben zu dürfen. In dieser Zeit wurde ich Meisterin im Ausreden-Erfinden. Für mich selbst und vor anderen. Ich merkte nicht, dass ich mich auf die schlimmste Wiese selbst hinterging und mich selbst am meisten betrog."

"Ich wollte sie nicht aufgeben, wollte das, was ich so mühsam geschaffen hatte, in das ich so viel Kraft gesteckt hatte, nicht wieder hergeben. Vor allem dann nicht, wenn es von anderen gefondert wurde. Ich war zwar zutiefst unglücklich und hilflos in der Situation, in der ich mich befand, hatte aber große Angst vor einer Veränderung. Denn die bedeutete wiederrum Unsicherheit, Konfrontarion mir mir selbst, mit dem Leben an sich, der Leere in mir, der ich so lange >erfolgreich< entflohen war."

"..., ich begann langsam wieder, mich selbst wahrzunehmen, meinen Körper in einer unglaublichen Dürre zu realisieren. Lange Zeit hielt ich mich noch für normal, obwohl ich die 40-kg-Grene bereits unterschritten hatte. Meine Selbstwahrnehmung war gestört, völlig verzerrt."

"Ich erschrak vor mir selbst, von meinem eigenen Körper beziehungsweise vor dem, was davon übrig war."

"Ich versuchte durch meinen Körper auszudrücken, was mir mit Worten nicht gelang. Ich wollte, das endlich jemand sieht, dass es mir nicht gut geht, wollte auf mein psychisches Dilemma aufmerksam machen, nicht auf meinen Körper. Weil ich aber meinen Körper als Projektionsfläche benutze, zog ich natürlich alle Blicke auf mich."

"Die vertraute Welt des Hungerns, die ich mir erschaffen hatte, wieder zu verlassen war sehr, sehr schwer. Die ersten Schritte zu tun war unendlich mühsam. Ich wusste nicht, wohin ich gehen sollte, welche Richtung ich einschlagen, welches Ziel ich verfolgen sollte. Der Weg aus der Krankheit heraus ist ein ausdauernder Prozess in vielen Etappen."

"Erst als es für mcih absehbar wurde, dass ich bald nicht mehr die Möglichkeit hätte, aktiv zu entscheiden, weil mein Köprer mir seinen Dienst versagen würde, wurde ich >aktiv<. Denn größer als die Angst, meine Krankheit aufzugeben, war die Angst, dass Fremde über mich bestimmen würden, dass ich kein Mitspracherecht mehr über mich selbst hätte. Dieser Zeitpunkt war erreicht, als ich im wahrsten Sinne des Wortes Todesangst verspürte. Ich hatte Angst vor dieser Sucht, die mcih zerstörte un dnicht aus ihren Klauen ließ; die mich immer wieder antrieb, mich selbst zu hintergehen, mich immer weiter Richtung Abgrund stieß."

 

[...]

 

 

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[Schönheit] um jeden Preis?



 

 


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